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Reversed

Jemand hatte im Interregio eine zerknüllte Regionalzeitung liegen gelassen. Nichts spektakuläres. Das passiert jeden Tag, vorzugweise mit BILD-Zeitungen. Doch eine Überschrift auf der Frontseite ließ mich interessiert werden.
Wortlaut "Freie Presse":
"Gleichstellungsfrau im Rathaus darf ihr Amt nun antreten"
So weit so gut.
"Problem: Wegen Doppelfunktion als Frauenbeauftragte haben Männer keine Chance"
Selten so gelacht. Respektive den Kopf geschüttelt. Mitfahrer hätten den Eindruck bekommen können, ich litt unter Morbus Parkinson.
Aber zurück zum Thema:
"Zugleich machen wir... aufmerksam, dass die Vereinigung von Gleichstellungs- und Frauenbeauftragter gegen das Gleichbehandlungsgesetz verstößt."
Sparen ist überall nötig. Dass das - wie in diesem Fall - groteske Formen annimmt. Schiri, wir haben ein Eigentor geschossen!
So dermaßen das Ziel zu verfehlen zeugt von unglaublicher Ignoranz. GLEICHstellung. Wie effektiv ist es dann, ein Geschlecht auszuschließen, zu benachteiligen, wenn es darum geht, diese Nachteile abzubauen? Wie war das doch gleich mit dem Wasser und dem Wein? Und Alice lacht sich ins Fäustchen. Ausgetrickst. Leider klappt das nicht so einfach.
Wieder einmal werden die Männer ausgeschlossen, haben demnach keinen Plan von den eigentlichen konkreten Aufgaben ("Die ist auch Frauenbeauftragte? Na dann tangiert es UNS ja nicht...") und nehmen eine feindliche Haltung an. Und wir sind wieder da, wo wir vorher waren.
"Männer hätten damit...von vornherein keine Chance."
Komisch, nur. Zu einem männlichen Friseur (und warum, frage ich mich, assoziert man damit zuerst einen Schwulen? ) gehen die Frauen ja auch. Man könnte aber noch weiter gehen und fragen, wie viele männliche Bewerber es überhaupt für den Posten gegeben hätte. Das KindergärtnerInnen-syndrom schlägt zurück. Nur wird es keine Rückkehr von JediritterInnen geben.

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