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Sonntag, 22. Oktober 2006

Reversed

Jemand hatte im Interregio eine zerknüllte Regionalzeitung liegen gelassen. Nichts spektakuläres. Das passiert jeden Tag, vorzugweise mit BILD-Zeitungen. Doch eine Überschrift auf der Frontseite ließ mich interessiert werden.
Wortlaut "Freie Presse":
"Gleichstellungsfrau im Rathaus darf ihr Amt nun antreten"
So weit so gut.
"Problem: Wegen Doppelfunktion als Frauenbeauftragte haben Männer keine Chance"
Selten so gelacht. Respektive den Kopf geschüttelt. Mitfahrer hätten den Eindruck bekommen können, ich litt unter Morbus Parkinson.
Aber zurück zum Thema:
"Zugleich machen wir... aufmerksam, dass die Vereinigung von Gleichstellungs- und Frauenbeauftragter gegen das Gleichbehandlungsgesetz verstößt."
Sparen ist überall nötig. Dass das - wie in diesem Fall - groteske Formen annimmt. Schiri, wir haben ein Eigentor geschossen!
So dermaßen das Ziel zu verfehlen zeugt von unglaublicher Ignoranz. GLEICHstellung. Wie effektiv ist es dann, ein Geschlecht auszuschließen, zu benachteiligen, wenn es darum geht, diese Nachteile abzubauen? Wie war das doch gleich mit dem Wasser und dem Wein? Und Alice lacht sich ins Fäustchen. Ausgetrickst. Leider klappt das nicht so einfach.
Wieder einmal werden die Männer ausgeschlossen, haben demnach keinen Plan von den eigentlichen konkreten Aufgaben ("Die ist auch Frauenbeauftragte? Na dann tangiert es UNS ja nicht...") und nehmen eine feindliche Haltung an. Und wir sind wieder da, wo wir vorher waren.
"Männer hätten damit...von vornherein keine Chance."
Komisch, nur. Zu einem männlichen Friseur (und warum, frage ich mich, assoziert man damit zuerst einen Schwulen? ) gehen die Frauen ja auch. Man könnte aber noch weiter gehen und fragen, wie viele männliche Bewerber es überhaupt für den Posten gegeben hätte. Das KindergärtnerInnen-syndrom schlägt zurück. Nur wird es keine Rückkehr von JediritterInnen geben.

Trackback URL:
http://kalima.twoday.net/stories/2836857/modTrackback

Fountain - 29. Okt, 21:28

Falls man sich noch erinnert

Danke für das Lob. Das mit den wenigen Besuchern wird wohl an fehlender Werbung liegen.

Was ich eigentlich mit "entweder unglücklich oder dumm" meinte ist: Die Dummen interessieren mich eh nicht, ich werde mich nicht mit ihnen beschäftigen und ich nehme mir das Recht zu beurteilen wer dumm ist und wer nicht. Das also ist die eine Sorte Mensch.
Die andere Sorte Mensch, das sind die nachdenklichen, oft melancholischen Wesen. Aus eben erwähnten Charakterzügen resultiert aber meiner Erfahrung gemäß, dass diese Wesen unglücklich sind. Das Nachdenken, die Melancholie führt wohl unweigerlich zu fehlender Seligkeit.
Aber ich glaube auch schon weiter zu sein, als nur bis zu dieser Erkenntnis. Das Problem ist doch folgendes: Glück wird einfach maßlos überschätzt. Glück ist Ablenkung, mehr nicht. Wer dumm ist wird schneller abgelenkt, ist dadurch schneller glücklich. Doch welcher abgelenkter, glücklicher Mensch hat schon irgendetwas geschafft? Welcher Schriftsteller, welcher Philosoph, welcher Musiker war schon zum Großteil glücklich. Wohl keiner.
Es gilt also den Wert des Glückes als sehr viel geringer einzustufen und "Melancholie ist der Weg zum Tode", aus dem Werther, zumindest so ähnlich...

Ach ja, bisher war, bzw. bin ich Schüler, in der 13 obwohl ich sie eigentlich schon hinter mir haben sollte.

Dein (duzen wird schon in Ordnung gehen hoffe ich) gefällt mir sehr gut. Die Thematik ist super und sehr wichtig. Darf man verlinken?

nakry (Gast) - 30. Okt, 16:09

"Das Nachdenken, die Melancholie führt wohl unweigerlich zu fehlender Seligkeit."
Jepp. Kann ich bestätigen.

-Entweder man ist also glücklich(und unproduktiv, zumindest innerhalb der gesellsch. Standards) oder "nachdenklich". Dass letzteres aber auch paralysieren kann (in der Mehrheit der Fälle), ist das eigentliche Problem. Oder man schraubt seine Erwartungen einfach runter.-

Duzen ist ok. Verlinken auch.
Fountain - 30. Okt, 16:54

Exakt. Das paralysieren ist das Problem. Doch eigentlich nicht mehr als logisch, denn in der Natur des Nachdenkens liegt ja das Sich-Bewußt-Machen. Und die einzige Tatsache die man sich durch nachdenken bewußt machen kann, ist das das Leben an sich keinen Sinn macht. Hieraus folgt die Paralyse. Was man aus der vermeintlichen Sinnlosigkeit allerdings macht, ist einem frei überlassen.
Sich Sinn einzureden macht also zu einem gewissen Grad Sinn, als Beispiel.

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